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Phänomen Postkarte

Jeder hat schon mal eine bekommen oder verschickt. Sie gilt nach wie vor zur beliebtesten Möglichkeit Urlaubsgrüße zu versenden – die Postkarte. Was macht sie so besonders? Ich nehme euch mit auf eine kleine – diesmal analoge – Reise.

Der alltägliche Gang zum (analogen) Briefkasten bringt für gewöhnlich nur Werbung oder ungeliebte Rechnungen mit sich. Diese finden früher oder später nur den Weg in den (analogen) Papierkorb. Doch einige wenige Ausnahmen gibt es im Jahr. Wenn man mit einem Lächeln im Gesicht vor dem Briefkasten stehen bleibt und eilig die wenigen, liebevollen Zeilen liest, muss es Urlaubszeit sein und es wurde besondern an einen gedacht – mit einer Postkarte.

Die analoge Fahne hochhalten

Klar, man kann – und macht es wahrscheinlich auch noch zusätzlich – eine Email-, WhatsApp-, SMS- oder Facebook-Nachricht versenden, um vom Urlaub zu berichten. Aber die analogen Urlaubsgrüße haben es den Deutschen dennoch weiterhin angetan. Der Klassiker zählt auch im 21. Jahrhundert zu den beliebtesten Grußvermittler. Im Jahr 2014 versendeten über 50% der Urlauber eine Postkarte. In den letzten Jahren hält sich dieser Wert konstant! Allerdings ist es auch stark Generationen abhängig. Bei den ab 65-Jährigen schickten etwa zwei von drei eine Postkarte, wohingegen bei den Jugendlichen (14-29 Jahre) nur etwa 41 Prozent zum Kugelschreiber griffen.

Trotzt die Postkarte der Digitalen Welt?

Bei diesen Zahlen stellt sich die Frage, wie lange der – gefühlt einzig standhafte – analoge Widersacher gegen die Digitale Welt rebellieren kann. Die Zahlen sprechen zwar für sich, aber die Fassade bröckelt ein wenig. Die Postkarte macht sich die digitalen Möglichkeiten zunutze: Das selbstgeschossene Motiv auf der Postkarte ist schon längst kein Novum mehr! Dank diverser Online-Dienstleister oder Apps ist Individualität auf der typischen Postkartenfläche von 14,8 x 10,5 cm zur Gewohnheit geworden: Individualität, Kreativität und Tradition gehen Hand in Hand. Einzig in Sachen Postkartenformat weicht die Tradition ein wenig auf, da unlängst Jumbo-Versionen oder Panoramaformate die Postkartenstände erobert haben. Quasi ein modernes Relaunch, der in die Jahre gekommenen Postkarte.

Warum das Ganze?

Jeder, der schon mal eine Postkarte erhalten hat, weiß die Antwort schon. In der Zeit von flüchtigen Chats, schnellen SMS oder lieblosen FB-Nachrichten freut man sich über so etwas persönliches wie einen Brief oder eben eine Postkarte. In Zeiten des gedruckten Briefes sind handgeschriebene Worte eine Seltenheit. Sie symbolisieren mehr denn je, das sich jemand für dich Zeit genommen hat – ein Privileg in der immer schneller werdenen Zeit von heute!

Die Sache mit dem Datenschutz

Wie so oft in der Betrachtung mit Medien, schleicht sich auch hier ein kleines Paradoxon ein. Bei dem aktuellen Trubel um Datenschutz, vernimmt man hier ganz entfernt einen kleinen Edward Snowden. Es artet zwar nicht in einen Spionageskandal aus, aber eine übermittelte Urlaubs-Message ist nicht vor neugierigen Blicken geschützt: Jeder, der auf dem langen Weg vom Urlaubsort bis zum heimischen (analogen) Briefkasten mit der Postkarte in Berührung kommt, kann einen Blick drauf werfen. Für gewöhnlich tauscht man keine intimen Geheimnisse aus, aber immerhin weiß der unbekannte Interessierte so, mit wem ich Kontakt halte. Einige Datenschutz-Aufschreihe kursierten schon wegen kleinerer Sicherheitslücken.

8 Comments

  1. Postkarten sind doch was Feines :)
    Hab kürzlich erst wieder eine bekommen. Ich besitze sogar noch einen Füller – kann also noch richtig schreiben :lol:

    • Bei mir vergeht auch keine Sommer, ohne das eine Postkarte hereinflattert .. wegen mir muss das nicht enden :D Früher habe ich auch sehr gerne mit Füller geschrieben. Muss ich mal wieder herauskramen ;)

  2. Verweile ich an einem fernen Ort greife ich klassisch auf eine Postkarte zurück. Was aber nicht unbedingt bedeutet, dass ich diese auf dem Postweg auch versende. Je nach Ort kann es schon passieren, dass ich die dortige Poststruktur nicht richtig erfasse oder versteh. Darauf hin werfe ich die Karte einfach per Hand beim Empfänger ein.

    Davon ablassen werde ich nicht, sofern sich in der Angelegenheit Postkarte nichts großartiges verändert. Vermutlich würde ich sogar bei einem Postkarten-Verbot begründet auf den Datenschutz in den Untergrund ziehen und sie dort erweben und versenden. ;)

    • Stimmt, manchmal habe ich auch die Rolle des Postboten eingenommen und die Karte selbst zugestellt :D Es war oftmals darin begründet, dass ich erst am letzten Urlaubstag an die Karte gedacht hatte und eine private Zustellung um einiges schneller war als die Post ;)

  3. Ich bekomme jedesmal sofort ein lächeln ins Gesicht gezaubert wenn ich den Briefkasten öffne und mich eine Postkarte anschaut.

  4. Fichte, Birgit

    Oh ja die Postkarte.
    Leider verschiebt man zu Urlaubsbeginn immer das schreiben und dann ist die Zeit zu schnell rum.
    Aber es ist wieder ein Denkanstoss das man es nicht vergessen sondern gleich in die Tat umsetzen soll. Schließlich macht man den zu Haus gebliebenden ja eine Freude nah und sich selbst auch. Erinnerungen sind doch etwas schönes.
    Danke für den Hinweis.

    • Wenn ich welche verschickt habe, war es meistens auch immer auf den letzten Drücker. Aber wie heißt es so schön: Lieber spät als nie :)

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