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Fernsehen, wann Du es willst!

Video-on-Demand-Dienste und Mediatheken sprießen wie Pilze aus dem Boden. Sie werden immer stärker angenommen: Der Anfang vom Ende des Fernsehens, wie wir es kennen? Begründete Angst oder nur kurzweiliger Hype? Wie (und wo) werden wir zukünftig TV schauen? Oder hat sich der Konsum schon verändert? 

Nachdem ich letztens einen Blick in die Zukunft des Buches warf, möchte ich mich nun der Flimmerkiste widmen: Netflix, Skysnap, Amazon Instant Video auf der einen und die Mediatheken der Fernsehsender auf der anderen Seite – die Anzahl der Video-on-Demand (VoD)-Anbieter ist stark gestiegen. Für den September 2014 vermeldet Watchever, der VoD-Dienst des französischen Medienkonzerns Vivendi, positive Zahlen: Etwa 122 Minuten lang nutzten die User am Tag das Bewegtbild-Angebot. Klar, im Vergleich zum herkömmlichen TV ist das noch lächerlich gering: Nach der aktuellen ARD/ZDF-Onlinestudie schauen wir (haltet euch fest) vier Stunden Fernsehen am Tag. Ein unglaublicher Wert! Doch die VoD-Dienste holen auf. Habt Ihr diese Dienste auch schon für euch entdeckt? Welchen Nutzen bieten euch Mediatheken oder VoD-Diensten gegenüber dem herkömmlichen (linearen) TV? Schon mal darüber nachgedacht?

Entwächst das Kind den Eltern?

Seit Beginn des Internets hat sich der Medienkonsum sichtlich gewandelt! Wir User (auch klassischer Medien wie TV, Radio oder Buch) haben eine gesteigerte Erwartungshaltung an die Medien entwickelt: Das Surfen im WWW hat uns gezeigt, dass ein Medium auf unseren eigenen Anspruch zugeschnitten sein kann. Im Internet sind wir selbstbestimmt, da wir aktiv eingreifen, um Input zu bekommen. Nicht so beim klassischen TV, welches wir gerne auch als Nebenbei-Medium oder zum Berieseln nutzen. Irgendwie klar, wenn die größte Anstrengung beim Zapping darin besteht, einen Knopf zu drücken.

Die Fesseln des TVs ablegen

Die Fernsehsender reagieren: Ein Großteil ihres Programms stellen sie zeitversetzt im Internet zum freien Konsum bereit und nennen das ganze dann Mediathek. 45% der Internet-User nutzen diese Dienste mindestens einmal in der Woche. Die Vorteile liegen auf der Hand: Zeitsouveränität, Flexibilität und Variabilität. Wir werden zu unserem eigenen Programmchef und bestimmen, wann wir was schauen. Die Gesellschaft streift die vom Fernsehen auferlegten Fesseln ab. Es besteht kein Zwang mehr, sich 20:15 Uhr für den Blockbuster vor der Mattscheibe einzufinden. Der Zeitpunkt des Konsums und die Macht der Alltagsplanung wandern vom TV-Sender zum Rezipienten – eine Revolution des Fernsehens!

Schaut lineares Fernsehen bald in die Röhre?

Fernsehen war schon immer ein paralleles Medium der Massen: Vor 80 Jahren ähnelte es eher einer Kinovorstellung, als 70 Personen zusammenkamen, um an öffentlichen Fernsehstellen das Programm zu sehen. Auch heutzutage fühlen wir das Mitpublikum, welches im ganzen Land zeitgleich dasselbe Programm schaut. Ein Gefühl, an der öffentlichen Kommunikation teilzunehmen entsteht: Man denke nur an Live-Events, wie etwa die Fußball-WM und die damit einhergehende „Pflicht“ es bei Ausstrahlung anzusehen. Wie will man sonst am Folgetag bei der Spielauswertung am Arbeitsplatz seinen Senf dazugeben?! Dieser Live-Charakter ist auch beim digitalen Austausch über soziale Netzwerke das Zünglein an der Waage: Der Voraussetzung, sich in Echtzeit über das Geschehnis auszutauschen, liegt beim zeitgleichen Rezipieren.

Wer oder was hält die TV-Fernbedienung?

Im Großen und Ganzen sind zwei Parameter dafür verantwortlich, wie oder wo Fernsehkonsum stattfindet: Es ist stark von Situation (Zeit, Umgebung) und Persönlichkeit (individuelle Vorlieben) der Person vor der Flimmerkiste abhängig. Daher denke ich, dass das Fernsehen, so wie wir es kennen, nicht vollends verschwinden wird. Schließlich gibt es Live-Events, wie die Fußball-WM oder Sport-Olympiade, bei denen sich ein zeitversetzter Konsum dem Sinn entzieht. Auch der Faktor der Bequemlichkeit spricht für das lineare TV: Auf der Couch chillen und durchzappen, ohne groß entscheiden und nachdenken zu müssen, ist nach einem stressigen Tag ein probates Mittel um zu entspannen. Das nicht-lineare TV wird aber dank Mediatheken, VoD-Diensten und (im weiteren Sinne) der Aufnahmemöglichkeit (DVD-Rekorder etc.) zukünftig nicht mehr wegzudenken sein. Die zeitliche Flexibilität und individuelle Auswahl des Programms sind zwei unschlagbare Argumente. Wie und wo ferngesehen wird, liegt also weiterhin bei der Person, die die Fernbedienung hält!

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